Archiv für September 2014

Anti-Rep-Kneipe diesen Freitag

Drohnen vom Himmel holen oder lieber selber fliegen?

Kleine und große Drohnen werden gerade alltäglich wie die öffentliche Videoüberwachung in den 90er Jahren. Die Veranstaltung gibt einen kurzen Überblick über die rasante Entwicklung der Flugrobotik und Möglichkeiten ihrer Nutzung und Abwehr. Mit Matthias Monroy.

20h vegane Vokü und ab ca. 21h dann die Infoveranstaltung.
Bei uns in der HafenVokü.

In der Antirepressionskneipe (jeden 3. Freitag/Monat).

Mobi Veranstaltungen zum 03.Oktober

Während im Süden Europas die Gesundheits- und Sozialsysteme zusammengebrochen
sind, Menschen wieder an Trivialkrankheiten sterben und massenhaft obdachlos
geworden sind, weiß das deutsche Feuilleton zu verkünden, dass die Krise
überwunden und die Sparprogramme erfolgreich gewesen seien. Wenn am dritten
Oktober wieder die deutsche Einheit begangen wird, wird mit der nationalen
Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung dieser Sieg über die Menschen gefeiert.
Die Aufgabe für eine radikale Linke besteht deshalb darin gegen das Gerede von
der Alternativlosigkeit dieser Politik tatsächliche Alternativen aufzuzeigen und
eine Entscheidung der Individuen zu verlangen. Die Einheitsfeier ist dafür kein
schlechter Anlass. Denn wenn sich Staatspersonal und die Zwangskollektivierten
zuprosten und dem Standort nochmal die Treue schwören, können wir den Spiegel
vorhalten und zeigen, was da gefeiert wird: Armut, Ausgrenzung und
Leistungszwang. Die Alternative wäre ein Leben, in der es um die Befriedigung
unserer Bedürfnisse geht, eine Gesellschaft in der “alle ohne Angst verschieden
sein können”. Diese Gesellschaft, weltweit, nennen wir: Kommunismus.

02. Oktober, 18 Uhr, Opernplatz Hannover:
Kundgebungskonzert mit Egotronic, Frittenbude und Die toten Crackhuren im Kofferraum

03. Oktober, 14 Uhr, Opernplatz Hannover:
Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten

04. Oktober, Hannover:
Antinationaler Kongress (Mehr Informationen bald auf www.gegner.in )

Mobi-Termine in Hamburg

18.09, 19 Uhr, Rote Flora:
Kritik des Nationalismus (Diskussionsveranstaltung). Von Gruppe gegen Kapital
und Nation Hamburg

24.09: HafenVokü Mittwoch
„1000 Autonome wollen die Einheitsfeier stören“ titelte vor wenigen Tagen die
BILD. Recht hat sie.
Mobi-Veranstaltung mit Fast Forward Hannover. Ab 21 Uhr gibt es alle wichtigen
Infos zu den Protesten, Essen gibt es ab 20 Uhr.

25. 09, 19 Uhr: Infoladen Wilhelmsburg:
Mobi-Veranstaltung

Solidarität mit Wissenschaftler*innen

Solidarisierung mit öffentlich angefeindeten Wissenschaftler*innen

Veröffentlicht am 1. September 2014 von Cäs Per

Statement der Kritischen Uni Kassel

Die Kritische Uni Kassel (KUK) ruft zur Solidarisierung mit öffentlich
angefeindeten Wissenschaftler*innen in den Bereichen der Frauen- und
Geschlechterforschung (Gender Studies), der Kritischen Wissenschaften
und der Sexualpädagogik auf. Die Beleidigungen und Diffamierungen der
“Anti-Genderismus”-Bewegung zeigen, dass Toleranz, Akzeptanz und die
Achtung von Vielfalt und der Menschenwürde keine Selbstverständlichkeit
sind und heben ihrerseits die Bedeutung der Forschung in diesem Bereich
hervor.

Mit deutlichem Auftrieb in den vergangenen Monaten finden sich,
vorrangig durch soziale Medien im Netz vermittelt, Menschen zusammen,
die sich als Bewegung gegen den sogenannten “Genderismus” und als
Fürsprechende einer angeblich schweigenden Mehrheit verstehen. Unter
“Genderismus” fassen sie alle gesellschaftlichen, politischen und
wissenschaftlichen Aktivitäten zusammen, die sich mit Gleichstellung,
Gleichberechtigung und der Vielfalt von Lebensweisen befassen. Diese
gendertheoretischen Ansätze werden in der antifeministischen
Auseinandersetzung als “ideologische Indoktrination” tituliert, die
insbesondere an den Universitäten den Ausgang ihrer Verbreitung nehmen
würde. Die als “Genderismus” verbrämten Aktivitäten – ob
wissenschaftlich, politisch oder pädagogisch – seien eine Bedrohung für
die gesellschaftliche Ordnung, gegen die es entschieden vorzugehen
gelte, weil eine “verirrte Minderheit” die Mehrheit der Menschen
unterdrücke, indem “man” nicht mehr sagen dürfe, was “man” denke. So
lautet der antifeministische Tenor auf den unterschiedlichsten Seiten
im Netz. Die Stimmungsmache und die Vehemenz des Auftretens der
selbsternannten “Anti-Genderisten” beobachten wir mit Sorge. So werden
nicht nur Wissenschaftler*innen aus den Bereichen der kritischen
Geschlechter- und Sexualwissenschaften diffamiert und bedroht, sondern
auch Kampagnen über das Netz gestartet, die mit bemerkenswerten
Verdrehungen von empirischen Forschungsergebnissen den Gender Studies
an Universitäten ein Ende setzen wollen. Beispielsweise werden die
empirisch auffindbaren Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und
Männern* geleugnet, die Benachteiligungen von Frauen* abgestritten und
im Gegenteil in Benachteiligungen von Männern* gewendet, die
Gleichstellung als Männerhass interpretiert, Verunreinigungen der
Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum konstatiert und
vielfältige Lebensweisen und Sexualitäten offen diskriminiert. Das
Ausmaß und die Vehemenz der diskriminierenden, homofeindlichen und
rassistischen Äußerungen sind nicht nur erschreckend, sondern ein
offener Angriff auf die Menschenwürde. Die unten stehende
Solidaritätserklärung setzt ein Zeichen gegen die öffentlichen
Diffamierungen wie auch die menschenverachtenden Umgangsweisen und
tritt ein für eine respektvolle, konstruktive Auseinandersetzung in und
mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen.

Solidaritätserklärung

Seit einigen Monaten werden Wissenschaftler*innen der Universität
Kassel und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen im Bereich der
kritischen Geschlechter- und Sexualwissenschaften in diversen
Printmedien und sozialen Netzwerken aufgrund ihrer wissenschaftlichen
Arbeit diffamiert, persönlich beleidigt und zum Teil bedroht. Die
Schmähungen und die Hetze erreichen ein schockierendes Ausmaß. In den
sozialen Medien und in zahlreichen E-Mails werden neben Beleidigungen
und unsachlicher Hassrede Mord- und Vergewaltigungsdrohungen
ausgesprochen. Dies ist mitnichten als Gesprächs- und
Diskussionsinteresse zu sehen. Vielmehr ist dies ein Versuch, eine
spezifische Form von Wissenschaft mit gewaltvollen Mitteln zum
Schweigen zu bringen.

Die Arbeiten der Wissenschaftler*innen stehen in der Reihe eines
kritischen Verständnisses von Wissenschaft: sie nehmen eine kritische
Distanz zu der Alltagsgewissheit einer vermeintlichen Normalität des
heterosexuellen Begehrens und geschlechtlicher Zuschreibungen ein; sie
analysieren diese Normalität empirisch mit ihren Unterdrückungs- und
Ausschlussmechanismen und sehen sich einer Vielfalt an sozialen Lebens-
und Begehrensformen verpflichtet. Ein Eintreten für die Anerkennung des
bisher Nichtanerkannten, Marginalisierten und Ausgeschlossenen sowie
ein Eintreten für die Gleichberechtigung unterschiedlicher Lebensformen
führt zu den derzeitigen gewaltvollen Abwehrreflexen, Diffamierungen
und Beleidigungen von Seiten liberal-rechts-konservativer Kreise.

Diese Drohungen und Diffamierungen stellen einen Angriff auf die
Freiheit von Wissenschaft und Lehre im zivilen Bereich dar, und zwar in
diesem Fall der kritischen Geschlechter- und Sexualwissenschaften. Die
diffamierenden Schmähungen sind kein Bestandteil akademischer
Streitkultur und auch nicht als solche zu behandeln. Wir bekunden den
Wissenschaftler*innen, die sich derzeit sexistischen, homofeindlichen
und rassistischen Angriffen ausgesetzt sehen unsere Solidarität.
Wissenschaftliche Arbeit kann nur in einem respektvollen Raum gelingen,
denn nur dort sind konstruktive Auseinandersetzungen möglich.

Kassel, 01.09.2014

Die Solidaritätserklärung könnt Ihr hier unterzeichnen: http://www.kritischeuni.de/